Das rätselhafte Verschwinden des Malers Alfred Partikel

Lesung und Gesprächsrunde

Der Maler Alfred Partikel (*1888) verschwand am 20. Oktober 1945 beim Pilzesammeln im Ahrenshooper Holz, einem noch heute sumpfigen, naturbelassenen Waldstück zwischen Bodden und Meer. Seit Jahrzehnten wird über sein Verschwinden gerätselt und spekuliert. Sein Leichnam wurde nie gefunden. Partikel war mit dem Fahrrad aus Ostpreußen geflohen. Er bewohnte immer wieder seit 1921 sein Haus in Ahrenshoop, in das er sich immer wieder zur Erholung oder vor den Repressalien des Faschismus und den Auswirkungen der Kriegswirren zurück zog. Alfred Partikel war Mitglied der Freien Secession und des Deutschen Künstlerbundes. Einige seiner Werke wurden zur Zeit des Nationalsozialismus als entartet deklariert. Als bedeutender Darsteller ostpreußischer Landschaft befinden sich seine Werke in namhaften Museen, so auch im Kunstmuseum Ahrenshoop, von dem eine Radierung in der Ausstellung zu sehen sein wird.

Wir fragten nach der heutigen Bedeutung dieser mythosbehafteten Geschichte. Die mitwirkenden Künstler*innen laden Sie ein, sich mit Wort und Bild diesem Thema aus heutiger Sicht zu nähern. Unsere Ausstellung birgt verschiedene Blickwinkel auf die damaligen Ereignisse, spielt mit dem Fiktiven, thematisiert das Heute und nähern sich so dem Thema des Verschwindens, Fliehens oder Vergessens. So verschwindet Alfred Partikel beispielsweise wörtlich im Holzrelief des Bildhauers Klaus Hack oder wird symbiotisch eins mit der Natur im Objekt von Christiane Stegat oder in der Zeichnung von Uta Siebert. Caroline Bayer thematisiert mittels ihrer Rauminstallation die Fragen nach Wahrheit und Fiktion des Verschwindens einer Person. Die Bedeutung des dichten und undurchdringbaren Waldinneren ist unter anderem Sujet der Malerei von Cornelia Groß, Thema der Fotografien von Claire Laude oder Handlungsort der Videoarbeiten von Clara S. Rueprich, Dörte Meyer und Gert Bendel. Gedichte von Armin Strohmeyer und Olli Heikkonen verweisen und die besondere Natur des Waldstückes, während Jan Decker mit einer Nachkriegsgeschichte den Bogen zu heutigen Krisenzeiten schlägt. 

Die Ausstellung entstand nach einer Ausschreibung unter ehemaligen StipendiatInnen des Künstlerhauses Lukas und KünstlerInnen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Veranstaltungsort

NEUES KUNSTHAUS Ahrenshoop
Bernhard-Seitz-Weg 3a
18347 Ahrenshoop
Telefon: +49 (0)38220 80726
Fax: +49 (0)38220 82495
post@neues-kunsthaus-ahrenshoop.de
http://www.neues-kunsthaus-ahrenshoop.de

Anbieter

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Datum
am 25.03.2017
Veranstaltungskategorie
Literatur